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Neubau der Garage für das Pfarrhaus

 

August 2007. Auch nach der Gemeindefusion im September 2007 soll das Pfarrhaus in dem Rest des ehemaligen Klosters an der Zwillbrocker Kirche als Wohnung für Seelsorger in Vreden genutzt werden. Der Neubau der Garage mit Abstellräumen für das Pfarrhaus in Zwillbrock ist das letzte große Projekt des Zwillbrocker Kirchenvorstandes und kann als Signal dafür gesehen werden, dass mit der Fusion das kirchliche Leben in Zwillbrock noch nicht zu Ende ist.

Die alte Garage zeigte große Risse in den Wänden, weil deren Wände zum Teil auf den Fundamenten des ehemaligen Klostes standen. Der hintere Teil stand neben den alten Befestigungen und brach im Laufe der Jahre nach hinten weg. Die Klostergebäude wurden nach der Auflösung des Konvents im Jahre 1811 und dem Verkauf 1821/22 abgebrochen. Der Teil, der sich direkt hinter der Kirche befindet, wurde ebenso wie die Kirche vom Verkauf ausgenommen und dient seither als Pfarrhaus.

Die Risse in der Garage aus den 1970er Jahren deuteten darauf hin, dass noch Bauspuren des Klostergebäudes vorhanden sein müssen. Im Juni und Juli 2007 hat daher das Landesmuseum und Amt für Bodendenkmalpflege in Münster unter Leitung von Herrn Dr. Otfried Ellger das Gelände durch Ausgrabungen nach Resten der ehemaligen Bauwerke abgesucht.

Die Lage der Fundamentmauern für das Hauptgebäude (Ostflügel) kann aufgrund der überlieferten Bilder und Beschreibungen mit einiger Sicherheit bestimmt werden. Bei den Ausgrabungen sollten unter anderem mehr Informationen über die Lage und Struktur des Südflügels gewonnen werden. In diesem waren die Werkstätten des Klosters untergebracht. Seit einiger Zeit gibt es die These, dass dieser Flügel die Vorgängerkirche von 1652/1656 gewesen sein könnte. Der Südflügel wurde 1765 abgerissen und durch einen größeren Neubau ersetzt. Über die Ausgrabungen und die Ergebnisse wird Herr Guido Leeck aus Vreden einen Bericht im nächsten Jahrbuch des Kreises Borken veröffentlichen.

Bei den Ausgrabungen auf den Fundeamenten des Hauptgebäudes konnte auch die Position des Mittelrisalites - ein vorspringender Wandteil - gefunden werden. Dieser markierte die Hauptachse der gesamten Klosteranlage. Hier stand auch die imposante Freitreppe zum Haupteingang des Klosters.

Die neue Garage ist eigentlich ein Unterstand (Carport) mit zwei kleinen Räumen, die als Arbeits- und Lagerräume für Kirche, Pfarrhaus und Garten benötigt werden. Das Bild zeigt den Zustand im August 2007.

Bei der Bestimmung des Standortes für die neue Garage hat man sich an der Hauptachse des Klosters orientiert. Die Ost- und Westwand des Gebäudes stehen jeweils auf den Fundamenten des Ostflügels. Die 10 m breite Blendwand an der Westseite deutet dabei den gefundenen Mittelrisalit an. Diese Stelle wurde bewusst gewählt, denn das Gebäude ist mehr als ein reiner Zweckbau. Als Teil eines Gesamtkonzeptes zur Neugestaltung des Pfarrgartens ermöglicht es dem Betrachter, die Ausmaße des ehemaligen Kosterhofes wieder erfahrbar zu machen.

Mehr über die Tätigkeit der Minoriten und der Geschichte des Klosters Zwillbrock unter "Geschichte"